Praxis Website


Obwohl Projekte vom Zeitpunkt der Idee bis zur Online Stellung der Website im Internet auf Grund der Technologie relativ schnell umzusetzen sind, ziehen sich manche Projekte über Monate, vereinzelt sogar über Jahre – wie ein Kaugummi – hin. Liegt das an der aufwändigen Programmierung, gibt es technische Schwierigkeiten, sind bestimmte Anwendungen schwierig zu realisieren?

Zumindest für Zahnarzt Webseiten trifft dies in der Regel nicht zu! Struktur, Umfang und die technischen Anforderungen sind meist so gestaltet, dass einer zügigen Umsetzung eigentlich nichts im Wege stehen sollte –  sofern alle Informationen vorliegen.

Bei Kaugummiprojekten ruhen die Aktivitäten für die meiste Zeit. Die Projekte warten auf Informationen, Texte, Bilder, Freigaben. Die Projektmappen setzen Staub an und wertvolle Zeit verrinnt. Während dieser Zeit könnte ein positives Image der Praxis vermittelt werden. Patienten könnten sich vor oder nach Behandlungen informieren oder elektronisch Termine vereinbaren. Doch dem interessierten Nutzer erscheint lediglich die „Hier entsteht eine Internetseite“ Überbrückungsseite.Was passiert?

Ein Internetprojekt umzusetzen erfordert immer einen gewissen Zeitaufwand für den Zahnarzt. Design, Struktur, Inhalte und Bilder müssen besprochen, abgestimmt und freigegeben werden. Selbst wenn alles durch die Agentur recherchiert und erstellt wird, muss der Auftraggeber aktiv werden, um z.B. das Design freizugeben, Bilder auszuwählen und Texte Korrektur zu lesen. Das erfordert Zeit.

Doch Zeit ist ein knappes Gut und wird durch viele andere Aktivitäten im Praxisalltag in Anspruch genommen. Es gilt Prioritäten zu setzten und oftmals wird das Internetprojekt von den oberen Plätzen der Prioritätenliste durch wichtigere Dinge verdrängt. Die Projektmappe setzt eine weitere Schicht Staub an und wieder sind 3 Monate Hosting Gebühr in den Sand gesetzt. 

Es muss daher von Anfang an Klarheit darüber herrschen, was mit einer eigenen Homepage erreicht werden soll. Will der Arzt sich lediglich kurz präsentieren, dann reichen oftmals ein paar Bilder der Praxis, ein paar Worte und Fotos über Ärzte und Praxispersonal sowie ein Link zu einem Stadtplanservice. Soll jedoch umfassender informiert, Krankheitsbilder beschrieben, Diagnose- und Therapiemethoden erläutert werden, erfordert dies Zeit für Recherche und Korrekturphase.

Selbst wenn lediglich ein simples Kontaktformular in die Praxishomepage integriert wird, muss dies in die Praxisabläufe integriert werden. Wer ruft die Emails ab? Wie wird sichergestellt, dass auf Anfragen zeitnah reagiert wird? Was passiert, wenn die Praxis für 2 Wochen geschlossen wird?

Daher ist es von entscheidender Bedeutung, bevor das Projekt in Auftrag gegeben wird, mit der Agentur zusammen folgende Fragen zu beantworten:

Was möchte ich mit der Website erreichen?

Wen möchte ich mit der Website erreichen?

Welche Botschaft möchte ich über die Website vermitteln?

Welchen Mehrwert möchte ich meiner Zielgruppe mit meinem Internetauftritt bieten?

Liegen Inhalte in Form von Texten und Bildern vor, oder müssen diese erstellt werden?

Wie können wir das Internet nutzen, um mit unseren Patienten effektiver und effizienter zu kommunizieren?

Die Beantwortung dieser Fragen hilft dabei, Aufwand und Kosten und damit auch das erforderliche Zeitbudget für den Arzt frühzeitig abzuschätzen. Herrscht Klarheit über die Ziele und den erforderlichen Aufwand zur Erreichung dieser Ziele, wird es einfacher das Projekt auf der Prioritätenliste zu platzieren. Die Entscheidung kann durchaus sein, das Projekt in der jetzigen Phase nicht anzugehen, oder eben vorerst mit einer abgespeckten Version zu starten. Auf alle Fälle sollte man versuchen Kaugummiprojekte von Anfang an zu vermeiden. Eine sehr frustrierende Erfahrung für beide Parteien.

Die Praxis Website hat sich mittlerweile schon fast zum Standard in der Außendarstellung entwickelt. Sie ist die Visitenkarte nach außen, mit der man sich der Öffentlichkeit präsentiert. Mit moderatem finanziellem Aufwand können Informationen über die Praxis, den Werdegang des Zahnarztes, die Qualifikationen des Praxispersonals, Sprechzeiten und die Lage der Praxis dargestellt werden. Ein virtueller Rundgang verschafft dem Nutzer einen Eindruck über die Räumlichkeiten und deren Ausstattung. Durch die zunehmende Verbreitung von Breitbandanschlüssen lassen sich heute auch Videos, die zu den Nutzern „gestreamt“ werden, sinnvoll einsetzen.

Bei der Gestaltung des Internetauftritts ist vor allem darauf zu achten, dass das virtuelle Auftreten der Praxis im Internet auch in Einklang mit dem realen Auftreten der Praxis steht. Das Gesicht der Praxis, das sowohl durch die Praxisräume und Personal als auch durch die verwendeten Print Produkte wie Geschäftspapier, Broschüren und Visitenkarten vermittelt wird, muss sich auch im Internet zeigen. Häufig erleben wir, dass Ärzte mit sehr viel Aufwand, Kosten und Liebe zum Detail ihre Praxis gestalten, sich im Internet jedoch mit einer Website präsentieren, die „Papa und Sohn“ in den Weihnachtsferien 2001 mal schnell gebastelt und seitdem nicht mehr aktualisiert haben. Eine konsistente Präsentation des Gesichts der Praxis muss gewährleistet sein.

Erstaunlicherweise erleben wir ein Revival des Kontaktformulars. Ein individuell auf die Praxisbedürfnisse zugeschnittenes Formular hilft vor allem bei der Erstkontaktaufnahme durch Patienten. Anstelle sich während der Praxisöffnungszeiten telefonisch mit der Praxis in Verbindung zu setzen, sehen wir, dass sich die Kontaktaufnahme durch potentielle Patienten mittels eines Internetformulars zunehmender Beliebtheit erfreut. Entscheidend ist hier vor allem wie schnell die Praxis auf diese Form der Kontaktaufnahme reagiert. Integriert man dieses Kommunikationsmittel in die Praxisabläufe, lässt sich ein weiterer kostengünstiger Kommunikationskanal öffnen.

Auch im Internet sind anpreisende Darstellungen und werbende Herausstellungen unzulässig.
Die Gestaltung und die Inhalte dürfen das Berufsbild des Zahnarztes nicht schädigen, sie sind darauf auszurichten, sachliche Informationen über die Praxis und Behandlungsmethoden zu liefern. Ein Zahnarzt, der Informationen in das Internet stellt, gilt als Diensteanbieter und muss bestimmte verpflichtende Angaben im Impressum machen. Rechtliche Grundlage hierzu ist das Teledienstgesetz (TDG), das im Rahmen der Umsetzung einer entsprechenden EU-Richtlinie zuletzt Ende 2001 kräftig überarbeitet wurde.

Was im Detail auf einer Website angegeben werden darf und obligat angegeben werden muss, haben die Landeszahnärztekammern in ihrer jeweiligen Berufsordnung, auf Basis des TDG geregelt. Insbesondere der Paragraph zu „Öffentlich abrufbare Praxisinformationen in Computerkommunikationsnetzen“ ist hierbei genau zu beachten.

Erlaubt sind in der Regel allgemeine Informationen wie der Lebenslauf des Arztes, akademische Grade, Tätigkeitsschwerpunkte, Zusatzqualifikationen sowie die Zulassung zu Krankenkassen. Außerdem sind Informationen über die Qualifikation des Praxispersonals, Lageplan und Anfahrtsskizze sowie Sprechzeiten nicht nur nützlich sondern auch erlaubt.

Pflichtangaben sind, insbesondere Name und Anschrift, die Aufsichtsbehörde, die Kammerzugehörigkeit, gesetzliche Berufsbezeichnung, der Staat, in dem die Berufsbezeichnung verliehen wurde, eine Verlinkung auf die Berufsordnung der Landeszahnärztekammer als Bezeichnung der berufsrechtlichen Regelungen sowie falls vorhanden die Umsatzsteuer Identifikationsnummer.

Diese Informationen müssen leicht erkennbar, unmittelbar erreichbar und ständig verfügbar gehalten werden. Es genügt, wenn sie an gut wahrnehmbarer Stelle stehen und ohne langes Suchen jederzeit auffindbar sind.

Ein Internet Projekt gliedert sich in folgende Phasen

1. Domainregistrierung
Unter welcher Adresse soll die Website im Internet zu finden sein: www.dr-zahnarzt.de? Die Agentur nimmt Ihnen in der Regel diese Registrierung bei der DENIC oder der SWITCH Internet Domains (Registrierungsstelle .ch- Domains) ab.Die richtige Wahl des Namens hat einen Einfluss bei der Platzierung Ihrer Website in Suchmaschinen und sollte daher gemeinsam mit der Agentur gut überlegt werden.

2. Konzeption

In dieser Phase werden die Funktionalität und das grafische Erscheinungsbild des Internetauftritts geplant. So müssen Aspekte, wie: Inhalte, Navigation und Struktur der Website in einem Seitenablaufdiagramm (SAD) definiert werden. Darüber hinaus werden dynamische und interaktive Elemente, animierte Filme oder gar datenbankgestützte Applikationen bestimmt. In graphischer Hinsicht müssen vor allem die zu verwendenden Farben, Bilder und Grafiken definiert werden, um die ‚Identität’ der Praxis auch im Internet zu vermitteln. Dieses erfolgt in einem Screendesign.

3. Hosting
Wo soll die Website im Internet liegen, bei welchem ISP (Internet Service Provider). Hier ist immer wieder festzustellen, dass dem Unwissenden viel zu große Pakete für viel Geld verkauft werden. Die Qualität der ISPs, die technisch und preislich fast austauschbar sind, unterscheidet sich vor allem in der Kundenbetreuung. Die Agentur sollte Sie auch bei diesem Punkt beraten oder gleich das Webhosting für Sie mit übernehmen.

4. Umsetzung der Website durch die Agentur

Nachdem das SAD und ein praxiskonformes Screendesign zusammen mit dem Zahnarzt festgelegt wurden, kann die Agentur mit der Programmierung der Website beginnen. Während dieser Phase sollte der Kunde die Möglichkeit haben, den Fortschritt des Projektes online zu verfolgen. Nach der Programmierung der Struktur wird diese mit Texten und Bildern gefüllt und die gesamten Dateien erstellt. Das Ergebnis findet der Internetuser in seinem Browser nach Aufruf der Seite unter “www.dr-zahnarzt.de“.

5. Abnahme der Website
Sie sollten mindestens 3 Meilensteine mit der Agentur vereinbaren: SAD und Screendesign, Überprüfung der fertiggestellten Website auf einer Testumgebung und schließlich Online Stellung im World Wide Web.

6. OPtimierung für Suchmschinen
Websites sollten nicht nur eine attraktive Präsentation der Praxis nach außen darstellen und eine benutzerfreundliche Struktur aufweisen, sie sollten auch gefunden werden. War es vor ein paar Jahren noch recht einfach, die Seiten auf den vorderen Plätzen der Suchmaschinen zu platzieren, so ist heute fast eine Wissenschaft daraus geworden.

Ein gutes Ranking in den Suchmaschinen ist nicht nur Glück, sondern Ergebnis einer strukturierten Vorgehensweise. … > mehr

7. Laufende Betreuung
Websites leben – im Gegensatz zu Broschüren können diese jederzeit verändert oder erweitert werden. Wenn nun eine neue Zahnarzthelferin eingestellt wird oder der Zahnarzt ein neues Implantationsverfahren eingeführt hat, möchte die Praxis diese Neuerungen in der Regel auch auf der Internetpräsenz kommunizieren. So sollte in diesem Fall bspw. das Teamfoto ausgetauscht, die Vita der neuen Mitarbeiterin online gestellt und eine weitere Seite zur Darstellung des neuen Implantationsverfahrens erstellt werden. Bei statischen Seiten vereinbaren Sie am besten mit Ihrer Agentur einen Stundensatz, für den diese, je nach Aufwand in einem gegebenen Zeitfenster Änderungen durchführt. Sie können auch „Fallpauschalen“ vereinbaren wie z.b. das Austauschen eines Bildes oder das Ändern eines Textes. Schließen Sie aber keine Wartungsverträge von X hundert EUR pro Monat ab, bevor Sie nicht wissen, wie häufig Updates vorkommen!

Einheitlicher Praxisauftritt
Im Zuge einer immer schwieriger werdenden Marktlage ist eine einheitlicher Praxisauftritt eine gute Möglichkeit, sich positiv von den Mitbewerbern abzuheben. Das Gesicht der Praxis, neudeutsch auch Corporate Identify oder besser Praxis Identity bleibt in Erinnerung und muss sich konsequent durch alle Medien ziehen:

  • Logo
  • Visitenkarten
  • Terminkärtchen
  • Briefpapier
  • Themenflyer
  • Broschüren
  • Praxiszeitung
  • Internet

Seien Sie bei der Gestaltung Ihres Logos kreativ. Der Logo-Mund ist sicherlich die einfachste, aber nicht unbedingt die originellste Lösung. Ein Logo soll ein Alleinstellungsmerkmal bedeuten, was bei Mund oder Zahn längst nicht mehr gegeben ist.

Themenflyer
Zu den Schwerpunkten der Praxis (z. B. Parodontologie, Implantologie, Prophylaxe etc.) bieten sich so genannte Themenflyer an. Das erspart dem Behandler lange Erklärungen, die Zeit kosten und schlecht abzurechnen sind. Wichtig ist dabei, dass diese als persönliche Informationen der Praxis wahrgenommen werden und keine Massenware sind, die der Patient identisch in jeder anderen Praxis findet.

Internetauftritt
Ein informativer und benutzerfreundlicher Webauftritt darf heutzutage in keinem Marketing Portfolio mehr fehlen. Patienten suchen immer mehr medizinische Informationen im Internet und suchen hier auch ihre Praxis. Sie möchten sich vorab über die Praxis, das Team und den Behandler informieren sowie Informationen zu Spezialitäten der Praxis haben. Die Kernfrage, die sich für den Patienten stellt – Ist das die richtige Praxis für mich? – muss durch die dargebotenen Informationen beantwortet werden. Insbesondere professionelle Fotos sind daher unverzichtbar.

Praxiszeitung
Ein innovatives Medium zur Patientenbindung ebenso wie zur Patientenakquise. Mit einem medienübergreifenden Versand als Printversion in Kombination mit einem Email Newsletter können Patienten über mehrere Kanäle erreicht werden.

Patientenbroschüre
Ist eine gute Möglichkeit, die Qualitäten und Spezialitäten der Praxis in ihrer Gesamtheit ansprechend zu transportieren und Patienten auf die Leistungen aufmerksam zu machen.